Costa de la Luz ...
Medina Sidonia

Gastronomie und Einkaufen

Schade, dass ein so schönes Land eine – insgesamt - so schlechte Küche anbietet!

In Medina Sidonia wird vom Guide Michelin Espana (2005) in der Kategorie „Repas“, also gute landestypische Küche ohne Stern, die“ Venta de la Duquesa“ empfohlen. Wir haben sie inzwischen ausprobiert und waren ganz angetan, wenn auch nicht begeistert. In der Saison werden dort z.B. auch Wildgerichte( Rebhuhn, Kaninchen ) serviert, außerdem zeigten sich das lomo iberico und die Pilze als empfehlenswert. Man findet die Venta etwas unterhalb der Stadt an der Strasse nach Vejer de la Frontera, recht bald nach dem Kreisverkehr auf der rechten Seite.

Tapas kann man überall gut essen, sie sind für uns das Beste an der spanischen Küche, einfach an der Theke das Passende aussuchen, ca. € 1,50 –2,00 pro Portion. Wir bevorzugen entweder die große Plaza und dort die Bar rechts in Blickrichtung Ayuntamiento „Tio Pepe“ oder bei uns in der Nähe die Bar Santa Rita, in der man zu unglaublich günstigen Preisen kleine Gerichte essen kann. Meist stehen auch ein paar Tische auf der Plaza, so dass man schön in der Sonne sitzen kann.

Gemüse/Obst, Fisch und Fleisch kann man auf dem überdachten Markt (Mercado de Abastos) gleich neben der Plaza einkaufen, den Rest z.B. im neu eröffneten "Mercadona" – Supermarkt (unterhalb des zentralen Parks gelegen, mitteleuropäischer Standard, teils internationale Produkte) oder jedem anderen kleinen Supermarkt, auch unterhalb unserer urbanisacion bei der kleinen Kirche; das Preisniveau ist durchweg niedriger als in Deutschland. Zu empfehlen sind der lufttrockene Schinken, insbesondere vom Iberico-Schwein (cerdo iberico, „muy fino“ schneiden lassen ) sowie die Chorizo.

Zur Region gehört unbedingt der Sherry (unter dieser Bezeichnung findet man ihn allerdings nicht, auch im Lokal immer unter dem Namen bestellen ) vom weißen hellen, herben Fino und Manzanilla bis zum bernsteinfarbenen Oloroso dulce. Wir kommen beim Genuß eines „ Solera oloroso dulce 1847“ regelrecht ins Schwärmen. Ansonsten gibt es ein breites Angebot an Weinen aus den Anbaugebieten Rioja und Duero sowie Navarra, sie alle haben viel Sonne abbekommen, sind meist schwer und oft barrique - artig ausgebaut.

In Conil aßen wir recht gut im „Blanco y Negro“, ab 22.00 Uhr (in der Hauptsaison) knallvoll mit Spaniern aber vorher bekommt man gut einen Platz. Am Kreisverkehr im Stadtinnern rechts abbiegen, dann kommt das Hotel/Restaurant bald auf der rechten Seite. Recht gemütlich eingerichtet, Fisch – und Fleischgerichte in Ordnung. An der Strandpromenade können wir das links von der Zufahrt zum Strand gelegene Lokal empfehlen ( direkt angrenzend an die Grundschule/Kindergarten „Manolo“). Dort aßen wir empfehlenswerten ensalada especial sowie sardinas/boquerones fritas und pescados/pescaitos variados, in Teig gewendete und anschließend frittierte Kleinfische. Von den Fleischgerichten ist wegen Überölung abzuraten. Etwas abgelegen am westlichen, gleichnamigen Strand empfiehlt sich das Restaurant „ La Fontanilla“. In Conil gibt es übrigens auch einen sehr preiswerten Supermarkt „Eroski“, mit breitem und günstigem Fisch-/Fleischangebot, außerdem haben Bäcker und kleine Supermärkte teilweise auch sonntags geöffnet.

Frische Mariscos gibt es in El Puerto de Santa Maria am „ Ribera de los mariscos“ in großer Auswahl, ( parking mediterraneo, dann am Ufer entlang), wenn man der Temperaturen wegen nicht mehr draußen sitzen kann, sind die Lokale aber wegen ihrer Einrichtung und blauer Neonbeleuchtung nicht gerade anheimelnd – mehr was für die warme Jahreszeit oder für mittags!

In Chiclana, Ortsteil Novo Sancti Petri, empfehlen wir das Restaurant “ Popeye“, trotz seines Namens, es ist allerdings recht schwer zu finden. In Novo Sancti Petri findet man diverse Hinweisschilder für das Restaurant, die grobe Richtung ist Chiclana Ortszentrum, wenn man aus Richtung Novo S.P. kommt-oder immer geradeaus von Medina kommend, am SuperSol vorbei, dann am Kreisverkehr links, bis zum Damm fahren ) alles Weitere ist Glückssache und Pfadfindergeist. Geschlossen am Sonntagabend und Montagmittag.

In Novo S.P. findet man auch das Centro Comercial, Nähe Golfplatz; dort gibt es einige Restaurants, die ganz auf Touristen ausgerichtet sind und damit etwas teurer. Die italienische Trattoria am rechten Ende bietet ganz ordentliche Pizza an, mit Tourizuschlag muss man aber 8-9 € einplanen. Das angrenzende Restaurant hat ordentlichen Fisch ( Goldbrasse, Dorade, Adlerfisch), die Fleischgerichte sind einfallslos und der Salat schrecklich. Warme Küche abends erst ab 20.30/21:00 Uhr, dagegen mittags bis 15.00 Uhr betriebsbereit. Bessere Küche bietet das Strandrestaurant „Zurga“, direkt an der Uferpromenade gelegen, etwas weiter in Richtung puerto.

Wer am Strand von El Palmar essen gehen möchte, dem sei die Casa Francisco empfohlen, ein gutes Fischrestaurant mit etwas gehobener Speisenauswahl und kreativer Zubereitung, gleich am letzten Kreisverkehr/Strand links, ist aber nicht ganz billig. Nebenan, in der Casa Juan gibt’s die übliche Speisenauswahl in ordentlicher Qualität, vor allem die Lammkoteletts waren empfehlenswert.

Laut Dumont – Reiseführer sind in Jerez, das ja nicht weit entfernt ist, die“ Bar Juanito“ für Tapas der andalusischen Küche und die „Casa Juan Carlos“ für Menüs zu empfehlen. Letztere befindet sich im zweiten Stock des“ Gallo azul,“ eines auffällig geschnittenen Hauses am Eingang ( oder Ende, je nachdem, woher man kommt ) der Fußgängerzone, im Untergeschoss gibt es auch gute Tapas ( Calle Larga 2), das können wir bestätigen.

In der „Bodega Gonzales Byass“ und der „Sandemann-Kellerei“ kann man das Produkt der Region verkosten, den Sherry, bei Byass von Mo-Sa, 11-18h und So, 11-13h für ca. 7€, bei Sandemann Mo-Fr, 10-17h für 4-7€.

Weitere Angaben zu Restaurants und empfehlenswerten Gasthöfen in Sevilla, Cordoba und anderen Städten sind im ADAC- Reiseführer sowie in „Hotels und Landgasthäuser mit Charme“ zu finden, beide sind verfügbar. In Sevilla gefällt uns das Cafehaus gegenüber der Kathedrale „ Buonaventura“ mit prima Kuchen- und Tortenauswahl recht gut. In Cordoba, in der alten Juderia, unweit der Mezquita. ißt man in der „Casa Pepe“ Spezialitäten der Region.

Für Liebhaber feinerer als der spanischen Käse und anderer französischer Spezialitäten empfiehlt sich ein Einkauf im Carrefour, z.B. in Jerez de la Frontera, Stadttraverse Jerez Norte/Aeropuerto Richtung Innenstadt links bei McDonalds. Ein Besuch im Corte Ingles, dem spanischen Großkaufhaus, bietet sich bei einem Aufenthalt in Jerez (etwas außerhalb des historischen Zentrums) und in Sevilla an. Neben einer feinen Lebensmittelabteilung (gutes Olivenöl Marke Oleaurum dort zu haben) lohnt sich auch ein Blick auf das Klamottenangebot – sie sind (in Sevilla) in verschiedenen Gebäuden untergebracht, die alle nahe beieinander liegen. In einem weiteren Teil findet man auch eine reiche Auswahl an spanischer und lateinamerikanischer Musik. Den Corte Ingles gibt’s auch in Malaga und weiteren größeren Städten wie Granada, einen kleineren auch in San Fernando.

Wem der deutsche Kaffee auszugehen droht oder wer unbedingt Sauerkraut essen möchte, findet in den Läden von Lidl und Aldi ein begrenztes deutsches Angebot. Lidl ist in Chiclana (neben Mc Donalds) und in San Fernando (neben Media Markt, von der Autobahn aus gut zu sehen) zu finden, Aldi in Jerez gegenüber vom Carrefour Norte.

Schuhläden sind der Renner in jeder der großen Städte, vor allem Sevilla und Malaga, hier kann man Tage zubringen. In Jerez findet man Läden von Zara und Mango, die Häuser mit ihren schönen Patios gefallen uns besser als die Mode aber das ist Ansichtssache. Schön ist auch immer wieder ein Marktbesuch (Mercado de Abastos), reiches Fisch – und Gemüseangebot, außerdem günstige Gewürze, in Betrieb bis ca. 13:30h.

Die Markthalle in Jerez. Alles schön geordnet in kleine Stände der Bereiche Gemüse, Gewürze, Fleisch oder eben wie hier Fisch und Meeresfrüchte.