Costa de la Luz ...
Medina Sidonia

Östliche Costa de la Luz / Westliches Andalusien

Der geographische Begriff Andalusien, politisch „Autonome Region Andalucia“, umfasst ein sehr ausgedehntes Gebiet im Süden Spaniens, daher auch sehr unterschiedliche Landschaftstypen, von der Sierra bis zum Hochgebirge, von der stark bebauten, teilweise felsigen Mittelmeerküste bis zur weitläufigen, flachen Costa de la Luz und der sumpfigen Marschlandschaft im Becken des Rio Guadalquivir.

Als Costa de la Luz wird die süspanische Atlantikküste bezeichnet, also das Gebiet östlich von Gibraltar bis zur portugiesischen Grenze. Medina Sidonia liegt ca. 80km westlich von Gibraltar, nicht weit entfernt von den Städten Cadiz, Jerez de la Frontera und Sevilla, in der Provinz Cadiz. Die Gebiete westlich des Rio Guadalquivir gehören zur westlichen Costa de la Luz und liegen in der Provinz Huelva.

„Unser“ östlicher Teil der Costa de la Luz zeichnet sich durch lange feinsandige Strände aus, das Klima ist etwas kühler als am Mittelmeer und zeitweise, wenn der Levante bläst, windiger als z.B. an der Costa del Sol, was den Sommer aber nicht ganz so heiß macht.

Haupttouristenorte sind Conil und Chiclana de la Frontera/Novo Sancti Petri, außerdem Tarifa und El Puerto de Santa Maria; die Bebauungsfehler, die an der Costa del Sol gemacht wurden, hat man hier aber vermieden, die Küste ist noch nicht so zugebaut und die Hotels keine Hochhäuser. Selbst im spanischen Ferienmonat August findet man am Strand noch ruhige Ecken, das Hinterland, die Bahia Verde, zeichnet sich durch ruhige Dörfer und –für südspanische Verhältnisse – ausgedehnte Waldgebiete aus. In den genannten Touristenorten mischt sich das Publikum, der innerspanische Tourismus dominiert aber weiterhin.

Die Städte Cadiz, Jerez und Sevilla sind durchweg sehenswert, typisch andalusisch aber im Charakter unterschiedlich, auch im Vergleich zu Cordoba oder Granada im östlichen Teil Andalusiens. Das hängt auch damit zusammen, dass an diesem Küstenstreifen die maurischen Eroberer Andalusiens nicht ansässig waren: alle „unbesetzten“ Ortschaften an der Küste tragen dann das „de la frontera“ in ihrem Namen.

Anschauenswert sind auf jeden Fall die „weißen Dörfer“ rund um Medina, dass diesen Titel selbst nur nicht mehr trägt, weil aus dem Dorf inzwischen ein kleines Städtchen geworden ist sowie die Sierra de Grazalema, alle von Medina aus gut zu erreichen. Näheres bei:

Kulturprogramm und Besichtigungen

Klima an der Costa de la Luz

Wer eine Wettervorhersage einsehen möchte: bei wetter.de, Pfad Europa/Spanien/Sevilla/Jerez gibt es gebührenfrei einen Überblick über 6 Tage, recht zuverlässig weil an der Costa de la Luz so und so meist die Sonne scheint!

Andalusien ist heiß- das stimmt nur bedingt und regional! Tatsächlich gibt es sehr unterschiedliche Klimazonen und durch Höhenunterschiede bedingte Temperaturen.

Andalusien ist trocken - auch das stimmt nur bedingt. In der Sierra de Grazalema, nur ca. 40 km von Medina entfernt, liegt die Niederschlagsmengen in etwa auf dem gleichen Niveau wie in der Rheinebene, allerdings begrenzt auf wenige Monate. Keine Angst, im Sommer regnet es auch in der Sierra de Grazalema nicht.

Medina Sidonia selbst liegt noch im Einflusbereich des Levante , einem starken, trockenen, östlichen Wind, der mitunter etwas unangenehm werden kann. Der Levante liegt im permanent im Wettstreit mit dem Poniente, einer westlichen, feuchten und milden Strömung, die vom Atlantik kommt. Je weiter östlich bis Gibraltar desto stärker der Einfluß des Levante, daher die Beliebtheit von Tarifa bei den Surfern. Die Windrichtung ändert sich alle 3 - 4 Tage, so dass man in einer Woche meist zur Häfte Windstille und windigere Tage aus beiden Richtungen erlebt. Die Einheimischen verabscheuen den Levante, weil er staubige und erdreiche Luft mit sich führt, außerdem am Strand den Sand aufwirbeln kann. Er tritt im Winter seltener auf als im Sommer, dann kann es aber mal richtig heiß und trocken werden, so um die 38 Grad bei unter 30% Luftfeuchte. Durch die meist sehr klaren Nächte und den Wind kühlt es aber auch im Hochsommer gut ab, so um die 16 - 18 Grad, so dass wir auf den Einbau einer Klimaanlage verzichtet haben. Im Gegenteil: Ganz warme, subtropische Nächte gibt es in Medina eher selten (die findet man am Mittelmeer, Costa del Sol), ein Pulli ist spätabends/nachts auch im Sommer öfter angebracht. Im Winter schwanken die Mittagstemperaturen so um die 20 Grad, nachts kühlt es bei sehr klarem Himmel auf wenige Grade über Null ab, Frostnächte kommen hin und wieder vor. Im Winter ist der Levante seltener. Der Regen begrenzt sich normalerweise auf Regenschauer. Diese fallen bevorzugt im April sowie etwa ab Ende Oktober und im November, dann unwetterartig wie in den Tropen. Selten regnet es dann mehr als einen Tag, die Regengebiete ziehen sehr schnell ab und treten am ehesten bei südöstlicher Windrichtung auf. Von Ende Mai bis Ende Oktober fällt in normalen Jahren so gut wie kein, im Dezember und Januar sehr wenig Niederschlag, dass ein Urlaub einmal gänzlich verregnet ist, kommt hier so gut wie nie vor.

Ab Juni werden die Felder im Umland braun, die ersten Ernten, v.a. Getreide sind dann schon eingefahren, die Sonnenblumenfelder stehen noch llänger. Die hügelige Landschaft um Medina hat dann einen etwas eintönigeren, aber beruhigenden und durchaus reizvollen Charakter. Nach den ersten Regenfällen im Oktober/November explodiert das Wachstum erneut, ein herbstliches Frühjahr beginnt mit blühenden Blumen und die Einheimischen genießen diese Jahreszeit ganz besonders. Etwa ab Ende Januar/Anfang Februar intensiviert sich der Frühling mit der Mandelblüte, die Felder und Weiden werden ganz grün, das Getreide sprießt, die Temperaturen klettern über 20 Grad mittags, die Luft verliert ihren Wintercharakter. In der Zeit um Ostern kommt es vermehrt zu Regenfällen und es kann nochmals etwas kühler werden, daher ist der März der schönere Monat für Reisen.

Wer im Hochsommer das Grün sucht, sollte sich den Naturpark Algocornales anschauen, nicht weit von Medina entfernt, ein riesiges immergrünes Korkeichengebiet. Daran schließt sich die Sierra de Grazalema an, bis zu 1500 m hoch gelegen und entsprechend kühler, im Winter sogar richtig kalt. Cadiz ist im Schnitt ein wenig kühler als Medina, durch das Meer an drei Seiten immer einer Brise ausgesetzt, Sevilla in der Regel deutlich wärmer und manchmal feuchtschwül, wir hatten dort schon Ende März Temperaturen bis 34 Grad im Schatten, wogegen die Temperatur in Medina bei ca. 25 Grad lag.